Vitamine:Verbraucher Tips.
Undurchsichtiger Markt: Vitamine aus der Dose
Kaum eine Produktgruppe im Gesundheitsmarkt hat in den letzten Jahren so kontroverse Diskussionen ausgelöst wie Nahrungsergänzungsmittel. Der Markt ist unüberschaubar, die Rechtssituation bis vor kurzem noch ungeklärt. Die Verbrauchererwartungen allerdings sind hoch. Viele Menschen versprechen sich - suggeriert durch die Werbung - durch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in Pillen positive Effekte auf das allgemeine Wohlbefinden. Dafür geben viele eine Menge Geld aus, denn schön und fit will schließlich jeder sein. Doch welchen Nutzen haben diese Nahrungsergänzungsmittel und welche Nebenwirkungen lösen Über- beziehungsweise Falschdosierungen aus?
Mehr Verbraucherschutz bei Nahrungsergänzungsmitteln
Nahrungsmittel gelten nach deutschem Recht als Lebensmittel. Durch ihr arzneitypisches Erscheinungsbild und ihre Positionierung im Markt sind sie aber in einem Grenzbereich zu Arzneimitteln angesiedelt. Um mehr Transparenz im Markt zu schaffen, hat der Bundesrat eine neue Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel verabschiedet und so eine Richtlinie der EU zur Angleichung europäischer mit deutschen Rechtsvorschriften umzusetzen. Diese neue Regelung, die seit dem 28. Mai in Kraft ist, legt fest, welche Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsmittel enthalten sein dürfen.
Neue Kennzeichnungspflicht
Darüber hinaus ist eine umfassende Kennzeichnung vorgeschrieben. Anzugeben sind dabei:
die empfohlene tägliche Verzehrsmenge
ein Warnhinweis, dass diese Menge nicht überschritten werden darf
ein Hinweis darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung sind.
Verbot für gesundheitsbezogene Werbung
Wichtig ist: Für Nahrungsergänzungsmittel gilt wie für Lebensmittel ein Verbot für gesundheitsbezogene Werbung. Laut Verbraucherministerium sind auf der Verpackung oder in der Werbung Aussagen untersagt, "die sich Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten beziehen“. Aussagen dieser Art sind ausschließlich für Arzneimittel bestimmt.
Risiken durch Nahrungsergänzungsmittel
Wer wahllos Vitamintabletten schluckt und nicht auf die richtige Dosis achtet, kann seine Gesundheit gefährden. Die eigentlich wertvollen Vitamine entwickeln sich zu einer Art Bumerang wie bei Beta-Carotin. Zuviel davon fördert bei Rauchern den Lungenkrebs anstatt ihn zu hemmen. Zuviel Vitamin C schadet der Niere und kann Durchfall verursachen. Für gesunde Menschen ist die Einnahme von Vitaminen also eher überflüssig.
Tipp: Bei richtiger Ernährung sind „künstliche“ Vitamine überflüssig
Nach Ansicht der Wissenschaftler reicht eine ausgewogene Ernährung, um den Körper mit ausreichend lebenswichtigen Vitaminen zu versorgen. Obst und Gemüse enthalten eine Vielzahl an Stoffen mit gesundheitsfördernder Wirkung, das heißt sie können helfen, Krebs zu vermeiden. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Gerade im Verbund aufgenommen ist ihre Schutzwirkung sehr effektiv. Studien mit Einzelsubstanzen wie Vitaminpräparaten und Mineralstoffen konnten nicht die gleichen Wirkungen nachweisen.
(Quellen: Verbraucherministerium, aid Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Institut für Lebensmittelwissenschaft Hannover)